Unsere Heimat. Unsere Zukunft.
Bremervörde ist unsere Heimat – eine Stadt, auf die wir stolz sind. Und an deren Zukunft wir weiter gemeinsam arbeiten wollen.
Vor fünf Jahren haben wir versprochen, die Probleme anzupacken, statt nur zu meckern. Vieles wurde seitdem erreicht, doch Stillstand ist Rückschritt. Gerade weil die finanziellen Spielräume enger geworden sind und ein Haushalts-Sicherungskonzept bevorsteht, brauchen wir jetzt politische Führung mit Erfahrung und klaren Prioritäten.
Dafür kandidieren wir mit 27 Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat sowie mit Dirk Stelling, unserem Bürgermeisterkandidaten für Bremervörde.
Die Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung soll eine neue Grundlage bekommen. Der neu gewählte Stadtrat und die Verwaltung schließen zu Beginn der Wahlperiode eine Vereinbarung mit strategischen Zielen. Basis dafür soll eine erstmalige umfangreiche Befragung der Bürgerinnen und Bürger sein. Dieser Prozess soll im Jahr 2027 abgeschlossen werden.
Finanzen und moderne Verwaltung
Unsere Stadt steht finanziell am äußersten Limit. Bis zum Ende des laufenden Planungszeitraums wird der Schuldenstand voraussichtlich auf rund 50 Millionen Euro anwachsen. Schon heute können wir die reguläre Tilgung unserer Kredite nicht mehr aus dem laufenden Geschäft darstellen. Für den neuen Stadtrat führt kein Weg daran vorbei: Wir werden ein konsequentes Haushalts-Sicherungskonzept aufstellen müssen. Insbesondere die massiven Kosten für die Kindertagesstätten belasten unseren städtischen Haushalt extrem. Hier fordern wir unmissverständlich Land und Bund auf, kurzfristig Entlastung zu schaffen – wer einen Rechtsanspruch und die Gebührenfreiheit beschließt, muss auch für die Kosten aufkommen!
Verantwortungsvolle Kommunalpolitik darf sich jedoch nicht nur darauf beschränken, wie Geld ausgegeben wird – wir müssen die Einnahmenseite aktiv stärken. Durch eine kluge Wirtschaftspolitik und die gezielte Schaffung von neuem Bauland wollen wir mehr Gewerbe- und Grundsteuereinnahmen nach Bremervörde holen. Für unsere politischen Ziele gilt daher ein klarer finanzpolitischer Kompass: Reine Konsumausgaben müssen auf den Prüfstand. Investitionen hingegen, die wie neue Gewerbegebiete oder die Stadtentwicklungsgesellschaft langfristig neue Einnahmen generieren oder durch Drittmittel gefördert werden, treiben wir mutig voran. Nur durch gezieltes, kluges Wachstum schaffen wir die Kraft, um auch unsere sozialen, sportlichen und kulturellen Angebote in Bremervörde für die Zukunft abzusichern.
Um sprunghafte Kostensteigerungen für die Bürgerinnen und Bürger zu verhindern, werden wir die Gebühren für städtische Angebote, die gesetzlich kostendeckend sein müssen, künftig regelmäßig alle drei Jahre auf den Prüfstand stellen. Zudem setzen wir auf eine moderne Verwaltung: Durch den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und konsequenter Digitalisierung wollen wir interne Prozesse beschleunigen, die Effizienz steigern und langfristig Kosten senken.
kurzfristige Maßnahmen
- Politische Initiative zur Einforderung fairer Finanzierungshilfen für den Kita-Bereich.
- Bestandsaufnahme der Verwaltungsabläufe zur Identifikation von Einsparpotenzialen durch digitale Tools und KI-Anwendungen.
mittelfristige Maßnahmen
- Schrittweise Automatisierung von Routineaufgaben im Rathaus zur Entlastung des Personals und zur Beschleunigung von Bürgeranliegen.
- Überprüfung der Friedhofskalkulationen und Anpassung der Friedhofsgestaltung an moderne Bestattungsformen, um Gebühren zu stabilisieren und für ein gepflegtes Erscheinungsbild zu sorgen.
langfristige Maßnahmen
- Kontinuierliche Steigerung der Gewerbe- und Grundsteuereinnahmen durch die erfolgreiche Vermarktung neuer Gewerbe- und Wohnbauflächen zur dauerhaften Entlastung des Haushalts. und KI-Anwendungen.
Freizeit, Tourismus und Kultur
Der Vörder See ist das Aushängeschild unserer Stadt: ein Ort für Erholung, Kultur und Sport sowie ein Treffpunkt für alle Generationen. Wenn wir dieses Potenzial konsequent nutzen, profitieren Bürger und Gäste gleichermaßen. Zurzeit laufen Untersuchungen zur anhaltenden Blaualgen-Problematik im Sommer. Nach deren Abschluss wollen wir wirksame Maßnahmen auf den Weg bringen, anstatt unüberlegt in Aktionismus zu verfallen.
In dieser Wahlperiode haben wir bereits viel erreicht: Der neue Wasserspielplatz wurde fertiggestellt, die Übernahme des Kiosks erfolgreich abgeschlossen und die Minigolfanlage umfassend saniert. Auf Basis der vorliegenden Machbarkeitsstudie wollen wir den See nun Stück für Stück noch attraktiver machen. Zudem gilt es, Bremervörde am See über ein starkes Stadtmarketing noch besser zu positionieren. Auch die touristischen Ankerpunkte wie das Jugendhotel Ostel und unsere Wohnmobilstation wollen wir gezielt weiterentwickeln.
Ein attraktives Freizeitangebot ist vor allem für Familien entscheidend. Daher setzen wir uns konsequent für den Erhalt und die kontinuierliche Sanierung unserer Spielplätze im gesamten Stadtgebiet ein. Ein wichtiges, mittelfristiges Ziel bleibt für uns die Realisierung des Skate- und Bewegungsparks am Schulzentrum Engeo – hierfür werden wir mit Nachdruck die notwendigen Fördergelder einwerben. Ein starkes Bekenntnis gilt auch unserem Familienbad Delphino: Nach der erfolgreichen Sanierung des Freibads müssen wir angesichts ständig steigender Energie- und Personalkosten die Wirtschaftlichkeit fest im Blick behalten, um den Betrieb dauerhaft zu sichern.
Die Kulturschaffenden in unserer Stadt bereichern unsere Gesellschaft. Daher stehen wir für die Förderung des Kulturbetriebes durch die Natur- und Erlebnispark GmbH (N&E). Die Begleitung des Bachmann-Museums ist und bleibt eine Daueraufgabe – ein echter Marathon, den wir gemeinsam mit dem Landkreis erfolgreich ins Ziel bringen wollen. Für das Tügel-Museum streben wir die Prüfung einer dauerhaften Stiftungslösung an, um dieses kulturelle Erbe verlässlich zu sichern.
kurzfristige Maßnahmen
- Start einer gezielten Marketingoffensive, um Bremervörde am See überregional bekannter zu machen.
- Weiterentwicklung der Wohnmobilstation.
mittelfristige Maßnahmen
- Aktive Akquise von Fördergeldern, um den geplanten Bewegungs- und Skatepark am Schulzentrum Engeo endlich umzusetzen.
- Bekämpfung der Blaualgen-Problematik im Vörder See.
langfristige Maßnahmen
- Schrittweise Umsetzung weiterer Maßnahmen aus der Machbarkeitsstudie zum Vörder See sowie die langfristige, partnerschaftliche Begleitung des Bachmann-Museums mit dem Landkreis.
- Konsequente Fortführung der Spielplatzsanierungen und wirtschaftliche Absicherung des Delphinos.
- Erhalt des Tügel-Museums, ggf. über eine Stiftungslösung.
Wirtschaft
Eine starke Wirtschaft ist die Grundlage für alles, was unsere Stadt lebenswert macht – sie finanziert unsere Schulen, Kitas, Feuerwehren und Freizeitangebote. In den kommenden Jahren werden die entscheidenden Weichen für die wirtschaftliche Entwicklung von Bremervörde gestellt. Es ist katastrophal, dass die beschlossene Gewerbegebietsentwicklung in den vergangenen Jahren nicht umgesetzt wurde. Eine Stadt wie Bremervörde braucht eigene Gewerbeflächen im Angebot.
Unsere Kernforderung aus dem Wahlprogramm 2021, eine zusätzliche Stelle in der Wirtschaftsförderung anzusiedeln, haben wir erfolgreich umgesetzt. Jetzt gehen wir die nächsten Schritte: Wir wollen Leerstände konsequent bekämpfen, lokale Initiativen fördern und Bremervörde attraktiv für Innovationen machen. Dafür braucht es verlässliche Ansprechpartner in einer modernen, serviceorientierten Verwaltung. Die geplante Küstenautobahn A20 ist für uns dabei eine echte Zukunftschance und keine Bedrohung. Wir wollen die Potenziale nutzen und neue Betriebe gezielt in Autobahnnähe ansiedeln.
kurzfristige Maßnahmen
- Wirtschaftsrunde im Rathaus: Etablierung eines neuen, regelmäßigen Austauschformats direkt im Rathaus als Ergänzung und in Zusammenarbeit mit dem bestehenden Netzwerk der Bremervörder Wirtschaftsgilde.
mittelfristige Maßnahmen
- Aktives Leerstandsmanagement u.a. mit pop-up-store-Konzepten und einer Stärkung des City- und Stadtmarketings.
langfristige Maßnahmen
- Strategische Planung und Ausweisung neuer, attraktiver Gewerbeflächen in direkter Nähe zu den künftigen Anschlussstellen der Küstenautobahn, um langfristig neue Einnahmen und Arbeitsplätze zu sichern.
(Innen-)Stadtentwicklung
In keinem anderen Bereich wurde in den letzten Jahren so wenig von unseren Forderungen umgesetzt wie in der Stadtentwicklung – und das, obwohl die Zeit drängt und wichtige Fördermittel knapp werden oder auslaufen. Wir müssen jetzt vom Verwalten ins Gestalten kommen! Bremervörde braucht eine lebendige Mitte, die Generationen verbindet, Kultur bietet und Aufenthaltsqualität schafft.
Um als Stadt endlich wieder selbst das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, wollen wir eine eigene Stadtentwicklungsgesellschaft ins Leben rufen. Unser Ansatz: Bürgerinnen und Bürger sollen sich, beispielsweise in Form einer Genossenschaft, direkt finanziell beteiligen und so gemeinschaftlich Wohnbauprojekte in unserer Stadt realisieren können. Gleichzeitig wagen wir beim City- und Stadtmarketing einen echten Neustart und sorgen für mehr. Für den Rathausplatz gilt: Wir wollen Veranstaltungen statt neues Pflaster! Die Belebung für alle Generationen gelingt durch das Konzept der drei „B“s: Bühne, Bebauung (barrierefreier Wohnraum direkt im Zentrum) und Bespaßung (für Kinder).
kurzfristige Maßnahmen
- Zügige Umsetzung der letzten Projekte im Bereich „Innenstadt Süd“, wie dem neuen Parkplatz zwischen Alter Straße und Hagenahstraße und im Bereich „Westerende“, um das Konzept mit Wohnen, Kino und Gastronomie zu realisieren.
- Veranstaltungen auf dem Rathausplatz: Den Platz durch Events und Leben füllen, statt Geld in teure, neue Pflasterungen zu stecken.
- Einführung eines Innenstadtbeirates, der über einen „Verfügungsfonds“ Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt beschließen kann, z.B. Ausstattung mit attraktiven Stadtmöbeln.
mittelfristige Maßnahmen
- Zentrum für Ehrenamt und Familie: Umbau und Nutzung der ehemaligen Grundschule Stadtmitte als neuer, lebendiger Mittelpunkt für Generationen (siehe auch Kapitel Ehrenamt).
- Gründung der Stadtentwicklungsgesellschaft: Aufbau der Genossenschaft/Gesellschaft, um bezahlbaren Wohnraum und städtische Projekte mit Bürgerbeteiligung dauerhaft umzusetzen.
- Entwicklung der städtischen Flächen in der Kernstadt für barrierefreien Wohnraum.
langfristige Maßnahmen
- Belebung Altes Feuerwehrhaus: Sanierung und neue Nutzung des Gebäudes, sobald die Museumsgegenstände in das neue Depot umgezogen sind.
- Schrittweise Umsetzung der Maßnahmen aus unserem Konzept „Zukunft Hafen“.
- Abschluss der Anbindung der Innenstadt an den See über eine umgebaute und attraktive Marktstraße.
Ortschaftsentwicklung
Die Gemeinschaft zeichnet unsere Dörfer aus. Damit das so bleibt, brauchen wir gleichwertige Lebensverhältnisse für Stadt und Land. Nicht alles darf zentralisiert werden! Unser Anspruch ist klar: In jeder Ortschaft muss es lebendige Treffpunkte für alle Generationen geben, die Grundversorgung und die Basisinfrastruktur müssen verlässlich gesichert sein. Zudem muss sich auch in Zukunft in jedem Dorf der Traum vom Eigenheim erfüllen lassen. Dafür wollen wir den gesetzlichen Wohnungsbau-Turbo gezielt im Außenbereich nutzen, damit junge Familien dort ihren Lebensmittelpunkt aufbauen können, wo sie aufgewachsen sind.
Was wären unsere Dörfer ohne das Ehrenamt? Wir stehen zu den Investitionen in unsere Feuerwehren und unterstützen unsere Sport-, Heimat- und Kulturvereine weiterhin verlässlich. Um die Infrastruktur vor Ort gezielt zu stärken, setzen wir auf ein klares System zur Förderung von Investitionen in der Dorfentwicklung – ein hervorragendes Vorbild ist hierbei das Projekt des Enso-Marktes in Elm, das zeigt, was durch kluge Unterstützung vor Ort entstehen kann. Der Erhalt historischer Gebäude, wie z.B. die Ziegelei Pape in Bevern und das Heimathaus Plönjeshausen, stellt die privaten Träger vor immense Herausforderungen und soll von uns unterstützt werden.
Die soziale Dorfentwicklung in Mehedorf, Ostendorf, Hönau-Lindorf, Nieder Ochtenhausen und Iselersheim (MOHNI) wird in der kommenden Wahlperiode abgeschlossen. In Hinblick auf die nächste EU-Förderperiode sollen jetzt noch möglichst viele Projekte umgesetzt werden, bevor sich die finanziellen Rahmenbedingungen verschlechtern.
kurzfristige Maßnahmen
- Wohnungsbau-Turbo zünden: Sofortige Nutzung der erleichterten gesetzlichen Vorgaben, um unkompliziert Bauplätze und Wohnprojekte auch im ländlichen Außenbereich zu ermöglichen.
- Sicherung der laufenden finanziellen Unterstützung für unsere Sportvereine und der Feuerwehren sowie den Bürgerbus.
mittelfristige Maßnahmen
- Stärkung der dörflichen Infrastruktur: Ziel ist es, möglichst viele Fördergelder von Land, Bund und EU in die Ortschaften zu holen und dies – soweit möglich – mit städtischen Geldern kozufinanzieren.
langfristige Maßnahmen
- Sicherung der Dorftreffpunkte: Gezielter Erhalt und Modernisierung von Gemeinschaftshäusern und Begegnungsstätten in den Ortschaften.
- Entwicklung und Umsetzung tragfähiger, langfristiger Konzepte zur Sicherung von Nahversorgung und Mobilität in möglichst vielen Dörfern. Kooperationsprojekte, wie z.B. in der Dorfentwicklungsregion MOHNI sind hier besonders zu beachten.
Familie, Bildung und Soziales
Starke Kitas, moderne Schulen und lebendige Angebote für die Jugend sind die beste Investition in die Zukunft unserer Stadt. In den vergangenen Jahren haben wir hier viel bewegt und wichtige Meilensteine erreicht: Wir haben für ausreichend Krippen- und Kindergartenplätze in Bremervörde gesorgt. Auch bei den Schulen haben wir massiv in gute bauliche Voraussetzungen investiert. Das Schulzentrum Engeo wird bald der modernste Bildungsort im gesamten Elbe-Weser-Raum sein. Gleichzeitig gilt für uns das klare Versprechen: Wir stehen zum Erhalt der Haupt- und Realschule, solange die Schulen selbst das wollen. Es wird keine Strukturänderungen gegen ihren Willen geben! Um Jugendlichen eine echte Stimme zu geben, setzen wir uns zudem für ein Jugendparlament ein.
Wir setzen uns für eine bezahlbare und gesunde Verpflegung unserer Schülerinnen und Schüler ein. Neben dem Mittagessen als wichtigem Bestand der Ganztagsschule muss sich auch die Versorgung durch den Kiosk in der Mensa verbessern. Sollte eine Verbesserung mit dem bestehenden Pächter nicht zeitnah möglich sein, fordern wir eine Neuausschreibung.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für uns kein Lippenbekenntnis, sondern die Grundlage für ein lebenswertes Bremervörde. Deshalb steht für uns fest: Wir brauchen eine verlässliche, qualitativ hochwertige Ganztagsbetreuung an unseren Grundschulen, die den Namen auch verdient. Das planlose Hauruck-Verfahren der jüngsten Vergangenheit, das zu massiver Verunsicherung geführt hat, darf sich nicht wiederholen!
Wir fordern ein Betreuungskonzept unter vernünftiger Einbeziehung des Ehrenamtes, wie es uns Nachbarkommunen vormachen. Das bedeutet für uns: Schluss mit teuren, unvorhersehbaren Notlösungen auf Kosten der Steuerzahler. Stattdessen setzen wir auf eine vorausschauende wertschätzende Kooperation mit unseren örtlichen Sportvereinen, Feuerwehren und Kulturinstitutionen.
Bremervörde muss weiterhin ein starkes Netz an Angeboten für Jugendliche aus allen sozialen Milieus bereithalten. Eine tragende Säule sind hierbei unsere Vereine, ergänzt durch die niedrigschwelligen Angebote der Jugendbegegnungsstätte JUBS sowie die kirchlichen Einrichtungen „Stadtteilladen“ im Neuen Feld und „Nachbarschaftsladen“ in Engeo. Ein echter Meilenstein ist zudem die neu geschaffene Stelle für die aufsuchende Jugendarbeit. Ohne die finanzielle Unterstützung der Stadt wäre diese wichtige Arbeit nicht denkbar – wir setzen uns konsequent für sozialen Ausgleich ein und werden diese Projekte und Stellen verlässlich weiterführen.
kurzfristige Maßnahmen
- Gründung eines Jugendparlaments, um die politische Beteiligung von Jugendlichen in unserer Stadt aktiv zu fördern und ihnen eine feste Stimme zu geben.
- Erhalt der Trägervielfalt bei den Kitas in unserer Stadt, um ein echtes Wahlrecht zu ermöglichen.
mittelfristige Maßnahmen
- Einführung einer verlässlichen Ganztagsbetreuung aufwachsend für die Klassen 1 bis 4 ohne überbordende Belastung für den städtischen Haushalt. Wertschätzende und frühzeitige Einbindung des Ehrenamtes in das Nachmittagsangebot der Schulen, um Bürokratie abzubauen und Vielfalt zu schaffen.
- Finalisierung der Bauarbeiten im Schulzentrum Engeo zum modernsten Bildungsort im gesamten Elbe-Weser-Raum, um dauerhaft erstklassige Lernbedingungen zu garantieren. Nach Abschluss der Sanierung des sog. „OS-Würfels“ als Teil der Grundschule Bremervörde bleibt die notwendige Sanierung des zentralen Sportplatzes inkl. Gestaltung als Raum für Freizeit und während der Schulzeit.
- Neubau der Sporthalle an der Tetjus-Tügel-Straße durch den Landkreis.
langfristige Maßnahmen
- Fortlaufende finanzielle und strukturelle Absicherung des Bildungszentrums Bremervörde (VHS und LEB) für ein starkes Weiterbildungsangebot vor Ort.
- Sofortige finanzielle Absicherung der Jugendbegegnungsstätte JUBS, der Stadtteil-und Nachbarschaftsläden sowie die feste Etablierung der neuen Stelle für aufsuchende Jugendarbeit.
Ehrenamt
Das unentgeltliche Engagement der Bremervörderinnen und Bremervörder in den verschiedensten Ehrenämtern verdient Dank und Anerkennung. Wir sehen die Stadt als verlässlichen Partner auf Augenhöhe – sowohl den Rat als auch die Verwaltung. Die finanzielle Lage der Stadt ist desaströs und bietet kurzfristig keine Spielräume für umfangreiche monetäre Unterstützung. Dennoch sollten die mittel- bis langfristig notwendigen Maßnahmen geplant und vorbereitet werden. Mit den folgenden Maßnahmen möchten wir in den kommenden Jahren das Engagement der Menschen in und für unsere Stadt erhalten und möglichst ausbauen:
kurzfristige Maßnahmen
- Einrichtung des „Bremervörder Ehrenamts-Lotsen“ in der Stadtverwaltung, insbesondere zur Koordinierung und Kommunikation zwischen den Akteuren (analog AG Netzwerk Kultur) und Vermittlung zu den Angeboten der Servicestelle Ehrenamt des Landkreises.
- Einrichtung eines Fachausschusses mit dem Schwerpunkt Ehrenamt.
- Erfassung aller Raumbedarfe der Vereine in den Ortschaften und der Kernstadt sowie Entwicklung eines Sanierungs-Fahrplans für die kommunalen Sportstätten.
mittelfristige Maßnahmen
- Erarbeitung eines Nachnutzungskonzeptes für die ehemalige Grundschule Stadtmitte unter Einbeziehung der Ehrenamtlichen aus Kultur, Sport, Sozialem etc.
- Weiterentwicklung der Sportlerehrung zu einem Ehrenamtspreis.
- Anpassung der Ehrenamtsvergütung, z.B. für die Führungskräfte der Feuerwehr.
langfristige Maßnahmen
- Schaffung zusätzlicher Hallenkapazitäten, um Anspruch der Vereine und dem Ganztagsschulbetrieb gerecht zu werden.
- „Energiegeld“ aus Beiträgen der erneuerbaren Energie für Vereine mit Eigentum.
- Erhalt der Vergünstigungen für Ehrenamtliche, z.B. Ehrenamtskarte und Sportangebot für Atemschutzgeräteträger.
Natur, Umwelt und Mobilität
Der Ausbau der regenerativen Energien ist eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre, die wir aktiv gestalten wollen. Bei Freiflächen-PV und Windenergie setzen wir auf ein klares Prinzip: Die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger müssen direkt von der Wertschöpfung profitieren! Das erreichen wir u.a. durch eine Energiegenossenschaft, damit Bürgerinnen und Bürger sich z.B. an PV-Anlagen auf öffentlichen Dachflächen beteiligen können. Praktischer Umweltschutz findet für uns aber auch im Kleinen statt – etwa durch die Förderung regionaler Produkte und das konsequente Anlegen von Blühstreifen auf städtischen Flächen. Ebenso steht für uns der Schutz unserer natürlichen Ressourcen ganz oben auf der Agenda: Das Wasserwerk Minstedt leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur sicheren, regionalen und qualitativ hochwertigen Trinkwasserversorgung im Vörder Land. Wir setzen uns dafür ein, dieses Werk technologisch zukunftssicher aufzustellen und die notwendigen Investitionen über den Wasserverband umzusetzen.
Ein zentrales Anliegen bleibt für uns der Erhalt des Ostewehrs: Als technisch-historisches Baudenkmal erfüllt es eine wichtige Funktion beim Hochwasserschutz bei Starkregen. Mögliche Alternativen dürfen nur unter strikter Einhaltung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Betracht gezogen werden.
Beim Thema Mobilität setzen wir auf Realismus statt auf leere Versprechen. Großflächige Erweiterungen des Busverkehrs durch den Landkreis sind angesichts fehlender Haushaltsmittel und des akuten Busfahrermangels derzeit nicht realistisch. Umso mehr konzentrieren wir uns auf machbare Lösungen vor Ort: Den gezielten Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos, eine verlässliche Schienenanbindung Richtung Stade und ein sicher ausgebautes Radwegenetz.
Perspektivisch muss das Bahnhofsumfeld in Hesedorf aufgewertet werden. Regionale Produkte sind nachhaltig und gefragt. Andere Kommunen beneiden uns um unseren gut frequentierten Wochenmarkt. Der Erhalt eines attraktiven Angebots durch möglichst viele Marktbeschicker steht für uns vor der Frage, an welchem Standort der Markt stattfindet.
kurzfristige Maßnahmen
- Zügige Vergabe der Konzessionen, um den schnellen und flächendeckenden Ausbau von E-Ladesäulen im Stadtgebiet voranzutreiben.
- Fortführung von Blühstreifen-Projekten in Kooperation mit Landwirtschaft und Jägerschaft.
mittelfristige Maßnahmen
- Aufbau einer genossenschaftlichen Struktur für die Beteiligung an Energieprojekte auf städtischen Flächen, damit die Erträge der Energiewende in Bürgerhand bleiben.
- Nachdrücklicher Einsatz für die Reaktivierung der direkten Bahnverbindung nach Stade durch die EVB und Umgestaltung des Bahnhofsumfelds Hesedorf.
langfristige Maßnahmen
- Kontinuierliche Sanierung und der strategische Neubau von Radwegen, um die Ortsteile sicher und komfortabel mit dem Kernstadtzentrum zu verbinden.
- Erhalt eines attraktiven Wochenmarktes als Treffpunkt und Markt für regionale, nachhaltige Produkte.
Medizinische Versorgung
Eine verlässliche Gesundheitsversorgung betrifft uns alle – von jung bis alt. Die OsteMed-Klinik ist das Herzstück der medizinischen Versorgung im Vörder Land und elementar für die Notfallversorgung. In den vergangenen Jahren wurden hier die entscheidenden Weichen für die Zukunft gestellt: Durch die Investition von rund 50 Millionen Euro durch das Land Niedersachsen und den Landkreis Rotenburg wird die Bettenzahl auf rund 150 erhöht; die weiteren Stationen müssen perspektivisch modernisiert werden. Auch der Umzug der Krankenpflegeschule nach Bremervörde ist ein echter Gewinn. Damit Fach- und Nachwuchskräfte im Gesundheitsbereich gerne hier arbeiten und bleiben, müssen wir die Rahmenbedingungen vor Ort anpassen. Bei der Entwicklung von bezahlbarem Wohnraum wollen wir diese Zielgruppe künftig verstärkt in den Fokus rücken.
Gleichzeitig gehen wir die ambulante Versorgung aktiv an. Unser langfristiges Ziel ist die lückenlose Besetzung aller Hausarztsitze. Um dem Ärztemangel auf dem Land strategisch zu begegnen, setzen wir uns für den Kauf von Medizinstudienplätzen über die Kreisebene ein – gekoppelt an die Verpflichtung, später in der Region zu praktizieren. Neben der Akutmedizin gehört zu einer würdevollen Versorgung auch die Begleitung am Lebensende: Das Hospiz „zwischen Elbe und Weser“ ist eine überaus segensreiche Einrichtung in unserer Stadt. Wir werden diese partnerschaftliche Beziehung weiter festigen.
kurzfristige Maßnahmen
- Gezielte Unterstützung und aktive Weichenstellung, um die Ansiedlung einer dringend benötigten Hautarztpraxis in Bremervörde voranzubringen.
- Etablierung eines regelmäßigen Austauschformats zwischen der Stadt, der OsteMed-Klinik und den niedergelassenen Ärzten, um die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung zu optimieren.
mittelfristige Maßnahmen
- Politischer Einsatz im Landkreis für den gezielten Kauf von Medizinstudienplätzen, um junge Mediziner an unsere Region zu binden.
- Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse von (Nachwuchs-)Pflegekräften bei kommunalen Wohnungsbauprojekten und Mobilitätsangeboten.
langfristige Maßnahmen
- Besetzung aller Hausarztsitze im Stadtgebiet.
- Mitgliedschaft im Netzwerk „Gesunde Stadt“: Ganzheitliche Weiterentwicklung Bremervördes zu einer „Gesunden Stadt“, die Prävention, moderne Pflegeinfrastruktur und Lebensqualität für alle Generationen dauerhaft miteinander verbindet und auch für Fachkräfte attraktiv ist.
Wohnen
Wer in Bremervörde bauen und hier seinen Lebensmittelpunkt einrichten möchte, muss das auch unkompliziert tun können! Schaffen wir keine Bauplätze, werden junge Familien auch weiterhin in die Nachbargemeinden abwandern.
Mit den Projekten „Vörder Feld“ (städtisch) und dem neuen Baugebiet am „Alten Kirchweg“ (privat) gehen jetzt zwei Baugebiete an den Start. Parallel dazu werden wir die rechtlichen Möglichkeiten des neuen Wohnungsbau-Turbos der Bundesregierung vollumfänglich und mutig ausschöpfen. Das gilt insbesondere für eine sinnvolle Nachverdichtung in unseren Dörfern und der Kernstadt.
Auch in den kleineren Ortschaften wollen wir kontinuierlich Bauland vorhalten und unterstützen daher insbesondere die konkreten Ansätze z.B. in Elm und Bevern, während wir auch in den kleineren Orten wie Spreckens eine Baulandentwicklung brauchen.
Um bezahlbares Wohnen strategisch zu steuern und gezielt Förderprogramme des Landes optimal abzurufen, setzen wir auf neue Wege: Über eine eigene Stadtentwicklungsgesellschaft bzw. Wohnbaugenossenschaft wollen wir Bauprojekte anschieben, bei denen sich auch die Bürgerinnen und Bürger finanziell beteiligen können. So schaffen wir preiswerten Wohnraum für kommende Generationen.
kurzfristige Maßnahmen
- Zügige Erschließung des kommunalen Baugebietes Vörder Feld zu verträglichen Konditionen, um die Abwanderung junger Familien sofort zu stoppen.
- Umfangreiche Anwendung der vereinfachten Planungsvorgaben zur schnellen Nachverdichtung und Schließung von Baulücken in der Kernstadt und den Dörfern.
mittelfristige Maßnahmen
- Entwicklung der städtischen Flächen in der Kernstadt für barrierefreien Wohnraum.
langfristige Maßnahmen
- Gründung und Etablierung einer Stadtentwicklungsgesellschaft bzw. kommunalen Wohnbaugenossenschaft zur langfristigen und bürgernahen Umsetzung von bezahlbaren Wohn- und Bauprojekten.
- Anpassung aller veralteten Bebauungspläne in der Innenstadt.
Sicherheit
Sicherheit ist ein Grundbedürfnis – zuhause wie auf unseren Straßen. Wir müssen genauer hinschauen und handeln, wo Sorgen bestehen – das gilt besonders für unsere Schulen und den Schulweg. Bremervörde soll eine Stadt sein, in der sich alle Generationen wohl und sicher fühlen. Dafür brauchen wir starke und gut ausgestattet Einsatzkräfte – von Feuerwehr, Polizei, DLRG und DRK bis hin zu einer engagierten und personell gut aufgestellten Sozialarbeit. Ihre Arbeit vor Ort sorgt täglich dafür, dass Hilfe schnell kommt und Sicherheit kein Zufall ist.
Dazu gehört auch, Probleme wie Clan-Kriminalität klar zu benennen und konsequent anzugehen, soweit wir als Stadt Handlungsmöglichkeiten besitzen. Die vom Land Niedersachsen initiierten Sicherheitspartnerschaften unterstützen wir ausdrücklich, um die Zusammenarbeit vor Ort weiter zu optimieren. Wir wollen diese Partnerschaften mit Leben füllen und durch eine verstärkte, sichtbare Präsenz unseres Ordnungsamtes das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger spürbar stärken.
Den Herausforderungen an unseren Schulen wollen wir präventiv durch Sozialarbeit begegnen.
Wir stehen fest an der Seite unserer Sicherheits- und Rettungskräfte und verurteilen die Übergriffe, die leider auch in unserer Region zunehmen, auf das Schärfste! Ehrenamtlicher Einsatz für unsere Sicherheit verdient besonderen Respekt. Das bedeutet für uns spürbare Wertschätzung und eine gute finanzielle Ausstattung statt nur warmer Worte. Eine Schließung oder Zusammenlegung von Ortsfeuerwehren zur reinen Kostenersparnis lehnen wir strikt ab – solange das ehrenamtliche Engagement vor Ort besteht, stehen wir zu jeder einzelnen Wehr! Wir bekennen uns zum bestehenden Feuerwehrkonzept.
Zudem haben wir das wichtige Fitnessangebot für Atemschutzgeräteträger zur Erhaltung ihrer körperlichen Fitness sowie die Eintrittsgutscheine ins Delphino für Feuerwehrleute bereits erfolgreich auf den Weg gebracht und wollen dieses dauerhaft erhalten.
kurzfristige Maßnahmen
- Konkrete Überprüfung und Schärfung von Sicherheitsmaßnahmen auf den
Schulwegen und im Umfeld der Schulen, um Sorgen von Eltern und Kindern
direkt zu begegnen. - Unterstützung bei der Standortsuche für langfristig geeignete Räumlichkeiten der
DLRG-Ortsgruppe Bremervörde.
mittelfristige Maßnahmen
- Abgestimmte Präventionsarbeit zwischen Behörden, Schulen und allen betroffenen Einrichtungen dauerhaft etablieren.
- Spürbare Erhöhung der sichtbaren Kontrollen und Präsenzzeiten des städtischen Ordnungsamtes, idealerweise im Rahmen von gemeinsamen Streifen mit der Polizei.
langfristige Maßnahmen
- Dauerhafte Absicherung und Fortführung des bereits eingeführten Fitnessangebots für unsere Atemschutzgeräteträger und der Eintrittsgutscheine für unsere Feuerwehrleute.
- Konsequente Umsetzung der im Feuerwehrkonzept verankerten Investitionen zur dauerhaften Modernisierung unseres Brandschutzes.