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02.10.2020, 22:38 Uhr | Bremervörder Zeitung - Theo Bick
Jetzt doch: Neues Baugebiet in Sicht
Nach Jahren ohne kommunales Baugebiet: CDU-Ratsfraktion will rund zehn Hektar Bauland im Vörder Feld erschließen lassen

Aller Wahrscheinlichkeit nach bekommt Bremervörde ein neues Baugebiet. Es handelt sich um Flächen mit einer Gesamtgröße von rund 10,5 Hektar im Bereich Vörder Feld im Osten der Stadt. Die Erweiterung des Baugebiets soll nördlich der Straße Großer Dieckkamp und südlich der Walkmühlenstraße vonstattengehen – zumindest, wenn es nach der CDU-Stadtratsfraktion geht. Diese hat für die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung am 15. Oktober die Aufnahme des Tagesordnungspunktes "Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan Vörder Feld" beantragt.

Das östlich der Oste gelegene Stadtgebiet Bremervördes dürfte in den kommenden Jahren größer werden. Das Baugebiet Vörder Feld soll nach Willen der CDU um den markierten Bereich, nördlich angrenzend an die Straße "Großer Dieckkamp" und südlich der Walkmüh
Bremervörde -

Im nicht-öffentlichen Teil der Stadtratssitzung in der vergangenen Woche hatte Bürgermeister Detlev Fischer, wie dieser auf Anfrage bestätigt, die Ratsmitglieder darüber informiert, dass eine Einigung mit den Grundstückseigentümern der betreffenden Flächen möglich sei. Hinter den Kulissen war bereits länger verhandelt worden. Laut Bürgermeister befinden sich Teile der rund 10,5 Hektar großen Fläche in Privatbesitz, eine weitere Fläche gehört der Liborius-Kirchengemeinde. Die bislang landwirtschaftlich genutzten Privatflächen seien für die Stadt verfügbar geworden, weil der Besitzer seinen landwirtschaftlichen Betrieb aufgibt.

Was die Eckpunkte angeht, habe man sich geeinigt, sagt der Verwaltungschef über den Stand der Verhandlungen. Insgesamt sei mit einem siebenstelligen Betrag für den Grundstückserwerb und die Erschließung der Flächen zu rechnen. Finanzmittel für den Flächenkauf müssten, einen entsprechenden Willen der Politik vorausgesetzt, Bestandteil der bevorstehenden Diskussionen über einen Nachtragshaushalt werden. Entsprechend beantragt die CDU die Bereitstellung der nötigen Mittel.

Schwerpunkt Einfamilienhaus

Darauf, dass es zu den entsprechenden Beschlüssen kommen dürfte, deutet angesichts der deutlichen CDU-Mehrheit im Stadtrat zurzeit vieles hin. "Der Stadt Bremervörde mangelt es seit einigen Jahren an kommunalem Bauland", heißt es im vom Fraktionsvorsitzenden Dirk-Frederik Stelling unterschriebenen Antrag. Nun fordere seine Fraktion die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Wohngebiet. "Die planerischen Vorgaben sollen sich dabei im Wesentlichen an den Vorgaben des bestehenden Baugebietes orientieren sowie gegebenenfalls Flächen für Gemeinbedarf enthalten", heißt es im Antrag. Bedeutet im Klartext: Der Schwerpunkt liegt bei Bauplätzen für Einfamilienhäuser, wie Stelling bestätigt. Ein Mittelzentrum wie Bremervörde müsse jungen Familien die Möglichkeit eröffnen, vor Ort Grundstücke für den Bau ihres Eigentums zu erwerben, heißt es dazu im Antrag.

Doch warum nun doch das Vörder Feld? Bislang war unter anderem die Angst vor zu großer Verkehrsbelastung am Nadelöhr Ostebrücke gegen eine Erweiterung des dortigen Baugebietes ins Feld geführt worden. "Nach intensiver Beratung hat die CDU-Fraktion nun beschlossen, dass eine Erweiterung des Baugebietes Vörder Feld zurzeit die einzige realistische Möglichkeit ist, um zeitnah Bauplätze anbieten zu können", schreibt Stelling im Antrag.

Eine Arbeitsgruppe der CDU hatte sich in den vergangenen Monaten, so Stelling, sämtliche, grundsätzlich in Frage kommenden Flächen noch einmal angeguckt und bewertet, wo ein Neubaugebiet städtebaulich vertretbar wäre. Das Motto habe gelautet: keine Denkverbote.

Erste Neubauten in 2022?

Ziel sei es, bis zum nächsten Jahr den Bebauungsplan fertigzukriegen, betont Stelling. Noch 2022 solle es dann im Vörder Feld "rund gehen", sprich gebaut werden. Und selbst das sei angesichts des großen Bedarfs eigentlich zu spät, ärgert sich der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Bürgermeister Detlev Fischer geht bei der zeitlichen Prognose nur "im Optimalfall" mit. Zirka 24 Monate seien für die Bauleitplanung erfahrungsgemäß notwendig. Dementsprechend könnte es gegebenenfalls – die notwendigen politischen Beschlüsse vorausgesetzt – "erst" 2023 losgehen. Doch allein aus finanzieller Sicht wäre ein schneller Beginn für die Stadt sinnvoll. Aufgrund der großen Nachfrage nach Bauland könne die Stadtkasse auf "zeitnahe Rückflüsse durch Verkaufserlöse" von Grundstücken setzen.

Zu klären sein wird zudem, ob das Baugebiet schrittweise oder in einem Stück erschlossen werde. Aufgrund der Größe sei eher von einer abschnittsweisen Bebauung auszugehen, sagt Fischer. Zum Vergleich: Das mit einer Fläche von rund 5,5 Hektar etwa halb so große Markt- und Messegelände am Vörder See, das Ende 2019 kurzzeitig in den Fokus der Baulanddebatte geraten war, hätte abzüglich der nötigen Verkehrsflächen und bei marktüblichen Grundstücksgrößen theoretisch Platz für 70 Einfamilienhäuser geboten, wie Fischer Ende 2019 vorgerechnet hatte.

Vörder Feld war lange Thema

Jahrelang war die Ausweisung von kommunalem Bauland in Bremervörde am Flächenerwerb gescheitert. Zuletzt hatte der Fokus lange auf dem Stadtteil Engeo gelegen. Diese Option hatte sich jedoch Ende 2019 endgültig zerschlagen.

Vor diesem Hintergrund hatte die CDU im März 2020 im Stadtentwicklungsausschuss mehrheitlich beschlossen, die 2017 gefällte Beschlussempfehlung, das Vörder Feld aus den Plänen für die Baulandentwicklung zu streichen, zurückzunehmen.

Die Diskussion über eine mögliche Erweiterung des Vörder Feldes ist jedoch bereits deutlich älter. So hatte etwa im Dezember 2013 die CDU Stadtratsfraktion, damals in der Opposition, die Wiederaufnahme des zuvor von der Ratsmehrheit aus dem Haushaltsentwurf 2014 gestrichenen Postens "Vörder Feld Nord" beantragt.

Die damalige Mehrheit von SPD, Grüne/FDP und WG Pro Bremervörde lehnte dies unter anderem mit dem Verweis auf Restbauplätze im Vörder Feld und freie Baukapazitäten in den Ortschaften Bevern, Elm und Hesedorf ab.

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