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14.02.2019, 14:48 Uhr | Bremervörder Zeitung - Theo Bick
Strabs beschäftigt die CDU
Mitgliederversammlung der Bremervörder Christdemokraten mit Ehrengast Kai Seefried
Auch der niedersächsische CDU-Generalsekretär Kai Seefried bleibt beim Besuch der Ostestadt vor dem Thema Strabs nicht verschont. Am Dienstagabend war der Landtagsabgeordnete Ehrengast und Diskussionspartner bei der Mitgliederversammlung der Bremervörder Christdemokraten. Im „Sukario“ beantwortete der 41-Jährige die Fragen der knapp 70 anwesenden CDU-Mitglieder. Klare Ansage von Seefried zum aktuellen Bremervörder Dauerbrenner: Die landesweite Abschaffung der Strabs sei mit dem Koalitionspartner nicht machbar und werde in dieser Legislaturperiode nicht stattfinden.
Mitgliederversammlung der CDU Bremervörde im Keller des "Sukario": Der CDU-Generalsekretär Kai Seefried (Mitte) stellte sich am Dienstagabend im Interview den Fragen der örtlichen CDU-Mitglieder. Moderiert wurde das Frage-Antwort-Spiel vom Gemeindeverband
Bremervörde -

Er selbst wäre dafür, die Strabs landesweit abzuschaffen, antwortet Seefried im Interview mit dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Dirk Stelling und CDU-Neumitglied Jenny Söhl. Die entscheidende Frage dabei sei, wie viel Geld das Land dafür in die Hand nehmen müsste. Die bislang kursierenden 250 Millionen wären natürlich ein Totschlagargument. Tatsächlich belegbar seien für die vergangenen zehn Jahre jedoch nur 35 Millionen Euro jährlich. "Das ist schon eine andere Hausnummer", sagt Seefried.

Weitere Themen waren die Investitionen der Landesregierung in den Ausbau des Glasfasernetzes (850 Millionen Euro), die Flüchtlingskrise von 2015, die der CDU bis heute zu schaffen macht (Seefried: "Probleme totschweigen wird nicht funktionieren.") und der Fachkräftemangel im Handwerk. Der Generalsekretär dazu: "Wenn 70 Prozent der Schüler nach der Grundschule aufs Gymnasium wechseln, dann stimmt in der Gesellschaft etwas nicht."

Stelling selbst thematisierte in seinem Jahresbericht ebenfalls die Strabs und die in diesem Zusammenhang bevorstehende Bremervörder Bürgerbefragung am 26. Mai. Klar sei: eine solide Gegenfinanzierung der möglicherweise wegfallenden Strabs-Beiträge sei nur durch die Erhöhung der Grundsteuer zu gewährleisten.

Die Bremervörder CDU habe für die zweite Hälfte der Legislaturperiode gleichwohl noch viele andere Themen vor der Brust. "Neubau des Sek-I-Campus, Gewerbegebiet, Bauland, Kita, Feuerwehr, Neugestaltung des Rathausplatzes, Innenstadtsanierung Süd, Stadtsanierung Westerende und Aufwertung des Hafens", zählte Stelling die städtischen Vorhaben auf.

Marco Prietz sprach in seiner Position als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. Der Landkreis investiere zurzeit zusätzliches Geld in die Bereiche Digitalisierung, Kinderbetreuung und HVV-Beitritt. Für das Krankenhaus und das Bachmann-Museum flössen gar Millionensummen in Richtung Bremervörde.

Auch in Sachen Bildung passiere zurzeit viel im Kreisgebiet, am meisten aber in Bremervörde. 50 bis 60 Millionen Euro dürften für den Neubau von Gymnasium und BBS in der Ostestadt investiert werden. "Das ist ein großer politischer Erfolg für die Stadt und wir sprechen zu wenig darüber", so Prietz. Sein Fazit: "Auch wenn das Rotenburger Kreishaus geografisch weit weg ist: Es wird sich um Bremervörde gekümmert."

Weniger positiv fiel der Beitrag von Dr. Marco Mohrmann aus: "Die Bürgermeisterwahl in Zeven ist gründlich schiefgegangen." Ein Sozialdemokrat als Hauptverwaltungsbeamter? "Das hätte nicht passieren dürfen", befand Mohrmann. Die Ursachen dafür seien allerdings hausgemacht, kritisierte er die Parteifreunde aus Zeven.

Bürgermeister Detlev Fischer lobte die "sehr zuverlässige Fraktion im Stadtrat". Diese hätte mit ihrer Standhaftigkeit in Sachen Kammann-Grundstück "der schweigenden Mehrheit in der Stadt zur Durchsetzung ihres Willens verholfen" und viele Wahlversprechen eingehalten.

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