Neuigkeiten
05.12.2018, 20:58 Uhr | Bremervörder Zeitung - Theo Bick
"Hier ist die Welt noch in Ordnung"
12. Grogabend der Bremervörder CDU: Philipp Amthor, Mitglied des Innenausschusses des Bundestages, als Gastredner

Heißer Rum-Grog, ein zünftiges Buffet, ein bis auf den letzten Platz besetzter Kornspeicher und zwei Bundestagsabgeordnete – Oliver Grundmann und Ehrengast Philipp Amthor – die am Rednerpult nicht mit markigen Sprüchen und Angriffen auf die politischen Gegner sparten: Nach dem 12. Grogabend der Bremervörder CDU dürften insbesondere die Herzen der konservativen Parteimitglieder höher schlagen.

Gute Stimmung beim 12. Bremervörder Grogabend der CDU im Historischen Kornspeicher: Zu den Gästen gehörten Oliver Grundmann (links) und Philipp Amthor (Vierter von links) sowie Nieder Ochtenhausens Bürgermeister Stefan Imbusch (von links), Landrat Hermann
Nieder Ochtenhausen -

Nach der Begrüßung durch Dirk-Frederik Stelling, Vorsitzender der CDU Bremervörde, trat zunächst der hiesige Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann ans Rednerpult – und sparte nicht mit herben Sprüchen. So etwa beim Thema Wolf. Denn dieser müsse endlich ins Jagdrecht aufgenommen werden. Grundmann: "Wölfe, die auffällig werden, gehören hier nicht her. Die gehören abgeschossen. Das muss man so auch mal ganz klar sagen."

Nicht weniger markig erinnerte Grundmann an den so genannten Gaffer-Prozess. "Pöbelndes Gesindel", so Grundmann, habe eine Schlägerei mit Einsatzkräften am Rande eines schrecklichen Unfalls angefangen. Die einzige positive Folge dieses Vorfalls sei der nun von seiner Partei auf den Weg gebrachte Gerichtsfonds, der Einsatzkräften einen kostenlosen Rechtsbeistand gewährleisten soll, wenn diese "vor Gericht gezerrt" würden.

Mit Blick auf den anstehenden CDU-Bundesparteitag nannte der als Delegierter stimmberechtigte Grundmann keinen persönlichen Favoriten für den Parteivorsitz: "Ich hoffe auf eine kluge Entscheidung, die die breite Basis der Partei widerspiegelt."

Anders hielt es in dieser Sache Gastredner Philipp Amthor. Unter den drei profilierten Bewerbern falle seine Wahl auf Jens Spahn, mit dem er persönlich befreundet sei. Dies sei aber ausdrücklich keine Absage an die anderen beiden Kandidaten.

Beim Thema Wolf liegt der zuvor von Grundmann als konservativer Hoffnungsträger angekündigte 26-Jährige auf der Linie seines Parteifreundes aus Stade. Bei den Grünen habe er den Eindruck, sie würden glauben, es gehe in Sachen Wolf zu wie im Märchen oder in Disneyland. Bereits zuvor hatte sich Amthor an der politischen Konkurrenz abgearbeitet. "Die Grünen sind nicht in

der Mitte und keine Volkspartei. Sie sind noch immer eine kleinkarierte Verbotspartei – im modernen Gewand", sagte Amthor. Hauptgegner auf dem politischen Parkett bleibe jedoch die AfD, betonte der 26-Jährige. "Der Erfolg der AfD beruht zu großen Teilen auf der Schwäche der Volksparteien".

Ziel der CDU müsse es sein, sich bei Wahlen wieder in Richtung der 40-Prozent-Marke zu orientieren und zu Europas modernster Volkspartei zu werden. Dazu gelte es unter anderem, Probleme klar zu benennen. Etwa bei der Migration. Mit Blick auf die Flüchtlingskrise sagte Amthor: "Da sind nicht nur syrische Ärzte und Raketenforscher zu uns gekommen, sondern auch eine ganze Menge Probleme." Gleichwohl sei die Migration nicht das einzige Problem in Deutschland.

Vielmehr gelte es nun, sich die Integration der Geflüchteten zur Aufgabe zu machen. Dieses Feld dürfe die CDU "nicht den Roten und den Grünen überlassen". Amthor: "Die sagen Integration, aber meinen Multi-Kulti."

Suche
Impressionen
Termine