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Neuigkeiten
25.09.2020, 18:57 Uhr | Bremervörder Zeitung - Stefan Algermissen
Mit Wasserstoff an Profil gewinnen
Alternativer Antrieb für kommunale Fahrzeuge? Stadtrat will Bremervörde als Standort für Brennstoffzellentechnik profilieren
 Werden die Fahrzeuge des städtischen Bauhofes Bremervörde bald mit Wasserstoff angetrieben? So schnell wird das nicht der Fall sein. Doch dem Stadtrat würde es gefallen. Am Dienstag hat das Gremium einstimmig einen Antrag der CDU verabschiedet, nach dem die Verwaltung unter anderem prüfen soll, ob sie dabei von Förderprogrammen profitieren könnte. Das größere Ziel: Bremervörde als Standort für Brennstoffzellentechnologie zu profilieren.
Schnee räumen gehört zu den Aufgaben des Bremervörder Bauhofes. Wo heute noch Diesel und Benzin im Einsatz sind, könnten irgendwann Fahrzeuge mit Brennstoffzellen rollen. Der Rat der Ostestadt hat jetzt einstimmig einen Antrag an die Verwaltung auf den We
 Der Gedanke liegt nicht nur beim Blick auf den Klimawandel auf der Hand: Die Region Nordostniedersachsen hat sich auf die Fahnen geschrieben, eine Modellregion für Wasserstoffwirtschaft zu werden. Bremervörde ist, wie berichtet, Standort des weltweit ersten wasserstoffbetriebenen Nahverkehrszuges „iLint“ der Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Weser-Ems (EVB). Und nicht zuletzt baut das Unternehmen Linde an der Ortskernentlastungsstraße eine Wasserstofftankstelle. Da wundert es nicht, dass am Ende ein einstimmiges Votum des Rates stand.

„Die derzeit im Bau befindliche Wasserstofftankstelle ist nicht nur für Züge geeignet, sondern auch für kommunale Nutzfahrzeuge“, führte der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk-Frederik Stelling am Mittwoch einleitend aus. Und durch den „iLint“ nehme die Stadt mit Blick auf das Thema Wasserstoff ohnehin eine besondere Rolle ein. Darüber hinaus würden momentan sowohl vom Bund als auch vom Land Niedersachsen diverse Förderprogramme für Projekte im Bereich der Wasserstoffmobilität aufgelegt.

Im Namen der CDU, so Stelling, beantrage er aus diesem Grund die Aufnahme des Tagesordnungspunktes „Nationale Wasserstoffstrategie umsetzen – Bremervörde als Standort für Brennstoffzellentechnologie profilieren“ für die nächsten Sitzungen des Verwaltungsausschusses (VA) und des Rates. Nach Wunsch der Christdemokraten soll dann die Verwaltung beauftragt werden, „zu prüfen, ob und inwieweit eine Förderung für den Erwerb von Brennstoffzellenfahrzeugen für die Aufgabenerfüllung der Stadt möglich ist“. Insbesondere das Programm „Anschaffung brennstoffzellenbetriebener kommunaler Spezialfahrzeuge“ der NBank solle betrachtet werden.

Darüber soll in den nächsten Sitzungen von VA und Rat abgestimmt werden, ob die Verwaltung beauftragt wird, „in Verhandlungen mit der Firma Linde einzusteigen, um die Bedingungen für eine Betankung kommunaler Fahrzeuge an der Wasserstofftankstelle zu klären“. Weiterer Vorschlag der CDU: Vertreter des Wasserstoffnetzwerkes Nordostniedersachsen (H2NoN) sollen in eine Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung oder für Hoch- und Tiefbau eingeladen werden, um über aktuelle Entwicklungen zu berichten.

„Der Landkreis Rotenburg ist Teil des ,Wasserstoffnetzwerkes NordostNiedersachsen‘. In diesem engagieren sich über 50 regionale Unternehmen, die sich für die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft interessieren“, führte Stelling in der Begründung für seinen Antrag aus. Das Projekt werde neben den elf Landkreisen der Region Nordostniedersachsen auch vom Amt für regionale Landesentwicklung, der Handwerkskammer sowie den Industrie- und Handelskammern gestützt.

Zurzeit, so der CDU-Fraktionschef, sei noch keine wirtschaftliche Nutzung der Brennstoffzellentechnologie möglich. Sowohl Unternehmen als auch Kommunen seien auf Subventionen durch Bund oder Land angewiesen. Allerdings habe der Bund im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) Förderungen angekündigt. Darüber hinaus bereite das Land Niedersachsen mehrere Förderrichtlinien vor. Stellings Fazit: „Die Stadt Bremervörde sollte die Chance nutzen, die durch die bereits in Bau befindliche Wasserstoff-Tankstelle besteht, um frühzeitig ein Zeichen zu setzen: Ökonomie und Ökologie schließen sich nicht aus!“

Die Ratsfraktionen, in Bremervörde eher selten einer Meinung, zeigten ungewohnt viel Zustimmung quer durch die Reihen. „So einen Antrag kann man nur unterstützen“, sagte Rüdiger Holst (SPD). Die Brennstoffzellentechnologie werde noch an Fahrt aufnehmen. Auch Reinhard Bussenius (B90/Grüne) hatte am Antrag „nicht viel auszusetzen“. Zwar sei die Technik für Pkw noch nicht so weit, für Busse und kommunale Fahrzeuge aber schon. Er regte an, in Bremervörde ein „Netzwerk für Schienenverkehr“ zu schaffen. „Auch wir begrüßen den Vorschlag“, befand Thorsten Wruck von WG Pro Bremervörde. Er konnte sich aber eine Spitze in Richtung der Christdemokraten nicht verkneifen: „Solche Anträge haben wir vor 14 Jahren schon gestellt. Gerade deshalb freut es uns. Wir sind dabei.“