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22.12.2016, 16:50 Uhr
HVV-Vollmitgliedschaft für Bremervörde
Kreistagsbeschluss ermöglicht Einbindung der Einzelfahrscheine
Am Dienstag hat der Kreistag Entscheidungen zur Einbindung des Landkreises Rotenburg in den HVV getroffen. Der Beschluss bietet den Bahnhofskommunen neben der Einbeziehung der Zeitkarten die Möglichkeit, bei entsprechendem kommunalen Eigenanteil auch die Einzelfahrscheine in den HVV-Tarif zu integrieren. Darauf weist der CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzende Marco Prietz aus Hönau-Lindorf hin und kündigt an, dass seine Fraktion von dieser Option Gebrauch machen möchte.
Das Land Niedersachsen hatte sich entgegen der bisherigen Forderung des Kreistages lediglich bereit erklärt, trotz der gesetzlichen Zuständigkeit des Landes für den Schienenverkehr nur das Defizit durch die HVV-Einbindung der Zeitkarten zu 50 % zu erstatten. Die übrigen Kosten sollen sich der Landkreis sowie die Bahnhofskommunen teilen. Aus diesem Grund hatte die Kreisverwaltung ursprünglich vorgeschlagen, den HVV-Beitritt nur bezogen auf Zeitkarten vorzunehmen.

In den endgültigen Kreistagsbeschluss hat die Kreistagsmehrheit von CDU, WFB, FDP und Freie Wähler jedoch eine Ergänzung aufgenommen. Zusätzlich zur Einbindung der Zeitkarten im Landkreis soll den Städten und Gemeinden mit Bahnhof auch eine Einbindung der Einzelfahrscheine in den HVV eröffnet werden. Der Landkreis hat sich mit Kreistagsbeschluss dazu bereit erklärt, trotz fehlenden Landeszuschusses in diesem Fall 50 % des zusätzlichen Defizits zu übernehmen. Die andere Hälfte ist von der jeweiligen Kommune zu tragen. „Diese Option wurde von uns bewusst eingebracht, um den Kommunen bei entsprechendem finanziellen Engagement die Vollmitgliedschaft zu ermöglichen“, betont Marco Prietz, der auch Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag ist.

Bis Ende Januar sollen sich die Bahnhofskommunen gegenüber dem Landkreis positionieren, ob sie eine Einbindung der Einzelfahrscheine wünschen und hierzu auch einen Eigenanteil bringen möchten. „Bremervörde sollte sich für die HVV-Vollmitgliedschaft entscheiden“, meint Prietz. Diese Position werde die CDU-Stadtratsfraktion, die sowohl im Verwaltungsausschuss als auch im Rat über eine Mehrheit verfügt, in den politischen Beratungen vertreten. „Auf diese Weise profitieren neben den Pendlern auch die Bahnreisenden, die kulturelle oder touristische Angebote in und um Hamburg nutzen möchten“, betont Prietz. Die Attraktivität des Standortes Bremervörde werde von einer HVV-Vollmitgliedschaft erkennbar profitieren.

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass die Verhandlungen des Landkreises Rotenburg mit den Partnern im HVV im Frühjahr 2017 abgeschlossen werden. Eine Ausdehnung des Tarifgebietes mit entsprechender Umstellung der Technik soll dann mit dem Fahrplanwechsel Ende 2018 erfolgen. Den bisherigen Modellrechnungen zufolge würden die Preise der Zeitkarten für Pendler von Bremervörde nach Hamburg um 19 % sinken, die der Einzelfahrscheine sogar um bis zu  47 %. Die Einzelfahrkarte von Bremervörde nach Hamburg könnte dann statt knapp 16 Euro nur noch 9 Euro kosten. Damit es zu einer Einbindung von Zeitkarten und Einzelfahrscheinen kommt, werden der Landkreis Rotenburg und die Stadt Bremervörde aus heutiger Sicht jährlich jeweils knapp 73.000 Euro ausgeben müssen.
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